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Das Projekt

Willkommen bei Eine-Menschheit

 
Kein Friede unter den Nationen
ohne Frieden unter den Religionen.
Kein Frieden unter den Religionen
ohne Dialog zwischen den Religionen.
Kein Dialog zwischen den Religionen
ohne Grundlagenforschung in den Religionen.

(Hans Küng)

 

Im 19. Jahrhundert sah sich der muslimische Philosoph Jamal Al-Din Al-Afghani (gest. 1897) mit einer rückständigen, an die Vergangenheit klammernden, teilweise kolonisierten und autoritär regierten muslimischen Welt konfrontiert. Sein Ruf nach Reformen, den er mit dem Slogan „Zurück zum Qur'an" präsentierte, beabsichtigte eine Befreiung von der Last der Vergangenheit und eine Offenheit gegenüber der Moderne. Auf gar keinen Fall jedoch eine Rückkehr in das 7. Jahrhundert. Doch sein Ruf stieß auf wenig Resonanz.

Hundert Jahre später sind die Probleme der muslimischen Gemeinschaft (umma) fast noch immer die Gleichen. Die Schreckensherrschaft der Taliban, der Ausbruch der Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten im Irak, der 11. September und der drohende Zerfall der Atommacht Pakistan muss nachdenklich stimmen. Die Arbeitsgruppe Eine-Menschheit wäre sicherlich nicht entstanden, wenn es nicht diese drängenden Herausforderungen der Gegenwart gäbe.

Jetzt, am Beginn des 21. Jahrhunderts, müssen Muslime ihre religiöse Situation analysieren. Sie müssen nach der Glaubenssubstanz und den historischen Altlasten, zwischen dem Ewigen und dem Vergänglichen unterscheiden. Die Muslime müssen sich die Frage beantworten, welche Zukunft der Islam haben soll.

Es gilt nun verbindliche Normen, Werte, Ideale und Ziele zu benennen, um einen innerislamischen Dialog zwischen den verschiedenen Konfessionen, Theologie- und Rechtsschulen, sowie Bewegungen zu beginnen.

Vor allem muss sich die Erkenntnis durchsetzen, dass in einer globalisierten Welt die dialektische Einteilung der Welt in Wir und Sie keine Berechtigung mehr hat. Der Muslim muss sich dem Ganzen verpflichtet fühlen. Deshalb ist der Dialog zwischen den Religionen unverzichtbar.

Die Glaubwürdigkeit des Islam und seine Existenzberechtigung wird zukünftig davon abhängen, ob die Muslime in der Lage sind eine Friedensmacht zu sein. Dass sie Frieden stiften, statt Gewalt zu legitimieren, dass sie Verzeihung predigen, statt Hass zu säen, dass sie sich im Dialog üben, statt Gruppenchauvinismus zu praktizieren.

Die Arbeitsgruppe Eine-Menschheit möchte einen Beitrag zu dieser schwierigen Thematik beisteuern. Wir machen es uns nicht leicht, wir stellen die Geschichte der Muslime, unsere Geschichte, nicht als reine Erfolgsstory dar. Sondern wir üben uns auch in Selbstkritik, decken auch die weniger schönen Seiten auf, über die Muslime ungern sprechen. Aber nur wenn wir unsere Probleme wirklich benennen, sie ernsthaft angehen, nur dann kann die muslimische Gemeinde wieder einen positiven Beitrag in dieser Welt leisten.

Dabei ist uns bewusst, dass ein solches Unterfangen ein von allen Seiten leicht angreifbares Projekt ist.

Aufgaben

I. Grundlagenforschung

Nur durch eine religionswissenschaftliche Grundlagenforschung kann die Glaubenssubstanz des Islam, sowie die Ursachen der Gegenwartsprobleme der Muslime ermittelt werden. Dieses Grundwissen ist Notwendig, um in einen ernsthaften innerislamischen und interreligiösen Dialog zu treten. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen durch die Erstellung von Publikationen in Form von Artikeln und Büchern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

II. Interreligiöse Bildungsarbeit

Probleme benennen, kritische Fragen stellen, zum Nachdenken anregen, Lösungen anbieten, all dies möchten wir durch Vorträge, Seminare und mit Hilfe der Medien erreichen. Im Gespräch mit Muslimen und Andersgläubigen wollen wir die Ergebnisse unserer Grundlagenforschung vorstellen.

III. Unterstützung der Forschungs- und Bildungsarbeit

Immer mehr Muslime und Andersgläubige stellen sich die Frage: „Woher kommt die Gewalt im Namen des Islam? Warum töten sich Muslime im Irak gegenseitig?" Gerade für junge Muslime ist der Gegensatz zwischen dem Anspruch Anhänger einer Friedensbotschaft zu sein und der blutigen Realität ungeheuer. Es drängt sie etwas zu tun, aktiv zu werden und darüber aufzuklären, dass der Islam anders ist. Auch Andersgläubige stellen sich die Frage: „Ist der Islam der Feind? Oder wird der Islam verzerrt und manipuliert?" Mit all diesen Menschen möchten wir in Kontakt treten und ein Netzwerk schaffen, dass die religiösen Fragen unserer Zeit diskutiert.

Deswegen bitten wir diese Menschen uns zu unterstützen, indem sie mitwirken oder uns zu Vorträgen einladen.

 

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